1. Religiöse Erziehung

Aufgrund pädagogischer Erkenntnisse kennen wir die Wichtigkeit der rel. Erziehung und wollen diese auch in kindgemäßer Art den Kindern vermitteln. Kindgemäß bedeutet aber nicht Glaubensinhalte zu verniedlichen oder zu verharmlosen. Rituale und Traditionen in der rel. Erziehung festigen im Kind den Glauben und geben ihm Halt und Sicherheit.
Bei der rel. Erziehung sollen die Kinder spüren, dass es nicht nur ums beten und das kennen lernen der Bibel geht, sondern auch um das bewusste erleben von Mensch, Natur und Umwelt. Dabei ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit dieser unumgänglich.

Wir können die Kinder bewusst zu Gott und zum rel. Glauben hinführen in dem wir:

  • die Kinder für die Fragen nach Gott interessieren und ihre Erlebnisse vor Gott aussprechen, z.B. indem wir Gebete und Lieder dem Niveau der Kinder anpassen, Feste und Feiern mit dem Kind gestalten, Namenstag und Geburtstag gemeinsam erleben 
  • dem Kind Zuversicht vermitteln, dass Gott es kennt und liebt, z.B. durch Jesusgeschichten die die Kinder bewusst miterleben und mit gestalten können und auch in der Umwelt des Kindes in Zusammenhang bringen können 
  • die Kinder in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen lassen, z.B. in dem kirchliche Feste durch den Geistlichen in den Kindergarten gebracht werden (Blasiussegen, Aschenkreuz) und in dem wir traditionelle Gebete sprechen die die Kinder im Gottesdienst wieder finden
  • dem Kind religiöse Aspekte der Wirklichkeit eröffnen, z.B. in dem wir durch kleine Wunder in der Natur (Regenbogen, Raupe-Schmetterling), den Kindern die Größe Gottes anschaulich machen
  • den Kindern einen vorurteilsfreien und respektierenden Umgang mit allen Menschen und mit „Andersdenkenden“ vermitteln, einen Umgang ohne Wertung (Wertschätzung, Nächstenliebe)

Durch Rituale, Traditionen und dem liebevollen, ehrlichen Umgang mit einander, leben wir den Kindern den Glauben vor und wollen ihn dadurch festigen und den Kindern Sicherheit geben.
Die religiös-christliche Erziehung ist ein Teilbereich der ganzheitlichen Erziehung im Kindergartenalltag und wird nicht getrennt von der übrigen pädagogischen Arbeit, sondern miteinbezogen.
Die Religionspädagogik spricht die Kinder ganz an: ihr Seelenleben, ihre Gefühle, ihren Körper, Freude, Glück, Liebe, aber auch Angst, Trauer und Schmerz. Alles ist Thema der religiösen Erziehung im Kindergarten.

 

2. Wahrnehmung und Sprache

Ein Schwerpunkt in der Kindergartenarbeit und ein wichtiges Mittel des Sozialkontakts ist die Sprache. 
Sie steht in enger Beziehung zum Denken und spielt eine wesentliche Rolle bei allen Lern- und Erziehungsprozessen. 
Durch die Sprache haben die Kinder die Fähigkeit, geistige Vorgänge auszudrücken und mit ihrer Hilfe die Möglichkeit ihr Wissen, ihre Erlebnisse, ihre Gefühle, Ängste usw. mitzuteilen.

Was ist uns wichtig im Alltag:
Sprechen muss am Erleben des Kindes anknüpfen und mit den Erfahrungen, die ein Kind im Umgang mit Dingen macht, gekoppelt sein. 

Dafür bieten sich im Kindergartenalltag viele Ansatzpunkte und Möglichkeiten:

  1. Beim Kind die sprachliche Entwicklung fördern, Sprachfreude wecken sowie Sprachverständnis und Ausdrucksmöglichkeiten zeigen.
    z. B. durch Reime, Lieder, Geschichten, freies Erzählen, Bilderbücher, Fingerspiele, Vorlesen, Takt- und Rhythmusübungen (Sprachrhythmus), Rollenspiel, Sprachspiele (Stille Post), Nacherzählen von Geschichten, Erzählen von Erlebtem, Kinder versuchen in ganzen Sätzen zu sprechen, Bilder und Geschichten mit eigenen Worten zu interpretieren, Gegenstände zu benennen.
  2. Durch Sprache haben die Kinder die Möglichkeit Konflikte selbstständig und verbal zu lösen.
    Im Kindergartenalltag versuchen wir den Kindern durch gelenkte Rollenspiele und freie Spielsituationen die verbale Konfliktlösung zu lernen um somit Konflikte aus dem sozialen Umfeld aufzuarbeiten.
  3. Zu einem guten Sprachvorbild gehört das miteinander Reden und einander zuhören, um die Sprache als wichtigstes Ausdruckmittel erleben zu lassen.

 

3. Rhythmisch-Musikalische Erziehung

Kinder brauchen Musik, um sich entfalten zu können. Musikpädagogen sind sich einig: „Musik macht klug“, schenkt Freude, schafft Gemeinschaft.
Zahlreiche Untersuchungen belegen dies. Kinder, die früh mit Musik in Kontakt kommen, viel Rhythmus erfahren, gute Musik hören oder ein Instrument spielen, entwickeln eine höhere Intelligenz und mehr Kreativität im Denken als andere. Sie sind zudem ausgeglichener und kommunikativer und verhalten sich sozialer.
Auch lese ein Kind früher und besser, wenn es im Vorschulalter lerne, Klänge zu unterscheiden.
Melodie und Rhythmus begleitet ein Kind von Mutterleib an – sie sind ihm höchst vertraut. Von Tönen und Klängen geht eine große Faszination aus. Jedes Kind kann Freude an Musik und Rhythmus gewinnen, wenn es denn die Gelegenheit dazu hat, sowohl alleine, als auch in der Gemeinschaft.

Musizieren vor dem siebten Lebensjahr fördert die gesamte Entwicklung
Musik stimuliert das Gehirn, insbesondere die Zentren für räumliche und zeitliche Wahrnehmung.
Harmonien und Rhythmik erfordern das erkennen logischer Strukturen (etwa einer Melodie) und ihrer Beziehung zu anderen Strukturen, die in zeitlichem oder räumlichem Abstand liegen. Fähigkeiten, die für das lernen und das lösen von abstrakten oder konkreten alltäglichen Aufgaben unabdingbar sind.
Ob Musik gehört oder gespielt wird – für Kinder ist die Förderung der Musikalität äußerst wichtig.
Die Art der Musik spielt eine große Rolle. Besonders eignen sich Klassik, Jazz oder einfache Rhythmen und Harmonien (Kinderlieder).
Intelligente komplexe Leistungen sind nur dann möglich, wenn beide Gehirnhälften gut ausgebildet sind und der Austausch zwischen beiden gut funktioniert. Musik und Rhythmik sind hier grundlegend fördernd.
Bewegung ist ein elementares Bedürfnis eines Kindes und nimmt in der rhythmisch-musikalischen Erziehung im Kindergarten viel Platz ein.

Unsere Ziele in der rhythmisch-musikalischen Erziehung sind: 

  • Freude und Spaß an Klängen und Rhythmus wecken
  • Spontaneität und Neugierde der Kinder fördern, sie neugierig machen, auf die vielen Möglichkeiten, die die Musik bietet
  • Das Selbstvertrauen und das Körperbewusstsein fördern
  • durch verschiedene Methoden die Kinder motivieren mitzumachen, sich „etwas“ zuzutrauen und auszuprobieren
  • Von spontanen ungeordneten Bewegungen zu geordneten Abläufen kommen
  • Am Anfang steht das experimentieren mit der eigenen Stimme, mit körpereigenen Instrumenten, mit einfachen Instrumenten im Vordergrund. Im Laufe der Zeit werden Rollenspiele und Geschichten untermalt bzw. Lieder begleitet.
  • Durch Rhythmik und Musik soll das Kind in seiner Gesamtheit angesprochen, angeregt und gefördert werden. So erfährt es eine ganzheitliche Förderung (Sprache, Sprachrhythmus, Taktgefühl, Sozialverhalten, geistige und körperliche Entwicklung, Bewegung, Phantasie, Kreativität … um nur einige Bereiche zu nennen).
  • So erfährt es eine ganzheitliche Förderung (Sprache – Sprachrhythmus) 
  • Die musikalischen Fähigkeiten des Kindes im Vorschulalter fördern

 

4. Bewegungserziehung / Motorik

Bewegung heißt Entwicklung, sich bewegen bedeutet vorankommen im doppelten Sinne. Kinder brauchen Bewegung, um alle ihre Sinne auszuprobieren und entwickeln zu können. Über Bewegung erfahren sie die Welt und sich selbst und es vermittelt sich die Beziehung zwischen Körper, Seele und Intellekt. Ohne ausreichende Bewegung ist auch keine kognitive Entwicklung möglich. 

Bewegung fördert z.B. das mathematische Raumdenken, die Raumlage, umschreiben und lesen leichter zu lernen.

Darum bieten wir:

  • den Kindern im Freispiel im Garten und im Haus vielfältige Möglichkeiten ihren Drang nach Bewegung auszuleben und ihre eigenen Grenzen auszutesten
  • Raum zum Toben und Rennen
  • gezielte Angebote und Aktionen z. B. in der Turnhalle am jeweiligen Gruppenturntag
  • Bewegungsraum mit variablen Bewegungselementen zum Klettern, Balancieren und Springen, die von den Kindern selbständig und aktiv genutzt und umfunktioniert werden können z. B. Decken und Matratzen…

 

5. Natur- und Umwelterziehung / Sachbegegnung

Wichtig ist uns, den Kindern eine positive Grundhaltung zur Natur zu vermitteln. Wenn es gelingt, ihr Interesse für die Natur zu wecken, werden sie frühzeitig zur Mitverantwortung für die Umwelt erzogen. 
Die Entwicklung einer positiven Haltung zur Natur hängt jedoch ganz entscheidend davon ab, inwieweit Kinder Möglichkeiten zur Naturbegegnung haben.
Im Kindergartenalltag erfahren Kinder die Natur mit allen Sinnen und machen die ersten elementaren Erfahrungen mit der Umwelt. Das Kind muss zuerst seine Umwelt, die Natur erfahren dürfen und lieben lernen. Es kann so unmittelbar verstehen lernen, dass wir Menschen ein Teil der Natur und von ihr abhängig sind. Nur was man kennt und wertschätzt, kann man auch schützen und bewahren. 

Deshalb ist es uns wichtig:

  • Tiere und Pflanzen kennen zu lernen und als Lebewesen zu akzeptieren, z.B. durch Spaziergänge
  • mit allen Sinnen die Natur zu erleben, z.B. durch Sinneserfahrungen, mit Naturmaterial spielen, gestalten und turnen
  • die Jahreszeiten bewusst wahrzunehmen und alle Möglichkeiten die sie bieten auszuschöpfen, z.B. Schlittenfahren, mit Wasser planschen, Freispiel im Garten
  • Müll zu trennen, keinen Müll achtlos wegzuwerfen und dadurch die Natur zu achten
  • dass Kinder sich die Fähigkeit des Staunens und Freuens selbst über die kleinsten Lebewesen bzw. Naturereignisse erhalten und vertiefen können, z.B. experimentieren ermöglichen, den Garten als zusätzlichen Spielraum erkunden

Umwelterziehung beinhaltet immer – ob bewusst oder unbewusst- ein Wertempfinden des Menschen sich selbst und seinen Mitgeschöpfen gegenüber.

 

6. Gesundheitserziehung

Die Prävention und die Gesundheitsförderung haben in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Ihre Chancen sind besonders groß, wenn sie bereits im frühen Kindesalter eingesetzt werden, denn die Gesundheit des Menschen ist ein wichtiges Gut und soll erhalten bleiben. Dafür kann jeder selbst etwas tun. 
Wir versuchen dem Kind ein Gesundheitsbewusstes Verhalten zu vermitteln und so zur Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zu erziehen. Es ist wichtig dem Kind zu zeigen was seinem Körper nutzt oder schadet. Die Kinder sollen auch vor Folgeschäden geschützt werden (Übergewicht, schlechte Zähne) und einen Ausgleich zu unserer Konsumgesellschaft schaffen und erfahren. 
Dazu gehört nicht nur die gesunde Ernährung, sondern auch Bewegung, Hygiene, Körperpflege, vorbeugen von Unfällen, erste Hilfe Maßnahmen, Sexualerziehung.

Gesundheitserziehung kann z.B. umgesetzt werden durch:

  • Freispiel und Bewegung an der frischen Luft
  • auf gesunde und abwechslungsreiche Brotzeit achten
  • Kochtag in der Gruppe
  • den eigenen Körper wahrnehmen durch Wahrnehmungsübungen
  • Erziehung zur Sauberkeit
  • gezielte Bewegungsangebote
  • Zahnpflege und Besuch beim Zahnarzt
  • auf Gefahrenquellen aufmerksam machen und ein 1. Hilfe-Kurs für unsere Schulanfänger

 

7. Medienerziehung

Unzählige Medien wie Bücher (Bilder- und Kinderbücher), Zeitschriften/Comics, aber auch elektronische Medien wie Radio (MCs, CDs) und Fernsehen (Video, DVD) und Computer prägen und beeinflussen die kindliche Entwicklung. Besonders bei den elektronischen Medien ist uns ein mäßiger und bedachter Umgang wichtig, da es sonst beim Kind schnell zu Überforderung und Reizüberflutung kommen kann.
In der Kindergartenpädagogik setzen wir vor allem auf die Kraft des „gedruckten Wortes“. Kindgerechte und pädagogisch wertvoll illustrierte Bilder- und Kinderbücher sind die Hauptmedien im Kindergarten.
Diese Bücher fördern die Sprache (Wortschatz, Grammatik), die Kreativität und Phantasie des Kindes wird gefördert und angeregt. Die kognitive Intelligenz, das Wissen und die Merkfähigkeit des Kindes werden durch einen intensiven Umgang mit Büchern erweitert.
In unserem Kindergarten gibt es in jeder Gruppe eine Leseecke mit vielen verschiedenen Büchern, die sich die Kinder jederzeit alleine, in der Kleingruppe oder mit der Erzieherin anschauen und vorlesen lassen können. Hier liegen zu den unterschiedlichsten Thematiken Bilder-, Kinder-, Sachbücher und Lexika aus. 
Mit Bilderbüchern wird im Kindergarten in vielerlei Hinsicht gearbeitet. Zum einen das Betrachten in der Teil- und Gesamtgruppe, das Nacherzählen, Malen und Basteln in Zusammenhang mit der Thematik des Buches, geleitete und selbst inszenierte Rollenspiele. Das Bücherkino ist bei den Kindern sehr beliebt.
Darunter ist ein Overhead-Projektor zu verstehen, der die Bilder des Buches auf eine große Leinwand wirft und somit wie ein Kino wirkt.
Im Bereich der elektronischen Medien kommen wir den Kindern insofern entgegen, das in jeder Gruppe ein CD- und MC-Player den Kindern in der Freispielzeit zur Verfügung steht. Kindgerechte Hörspiele und verschiedene Musikrichtungen (z.B. Meditationsmusik, Instrumentalstücke oder von bekannten Kinderliedermachern) stehen dem Kind zur Verfügung.

 

8. Kreativitätserziehung

Sie ist ein grundlegendes Erziehungsziel und spiegelt sich in allen Bereichen der pädagogischen Arbeit wieder. Dazu gehören z.B.: soziale Erziehung, religiöse Erziehung, kognitive Erziehung, musikalische Erziehung, Bewegungserziehung, sprachliche Erziehung und Freispiel; Im Umgang mit verschiedensten Materialien und Gegenständen sammelt das Kind Erfahrungen mit sich selbst und seiner Umwelt. Durch verschiedene alters entsprechende Angebote und Zielsetzungen geben wir dem Kind die Möglichkeit, sich selbst zu entfalten, eigene Ideen zu verwirklichen und diese in ihrer Arbeit zum Ausdruck zu bringen.
Die Fantasie und Vorstellungskraft des Kindes wird gefördert, eigenes ästhetisches Gefühl entwickelt sowie eigene Ideen verwirklicht.

 

9. Soziale Erziehung

In sorgfältiger Abwägung, sowohl der Bedürfnisse eines jeden einzelnen Kindes, so wie auch der gesamten Gruppe, ergeben sich verschiedene Aktivitäten.
Die unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten unserer Kinder beziehen wir in unsere pädagogische Arbeit mit ein. Die sich daraus ergebenden Bedürfnisse der Gruppe bestimmen unseren Tagesablauf.
Ein Kind, das in der Lage ist, mit seiner Umwelt angemessen zu kommunizieren, das seine Gefühle kennt und sie äußern und steuern kann, ist in der Lage, sich alters entsprechend den Herausforderungen im Kindergarten zu stellen.
Das eigene Situationsbedingte Erleben des Kindes und die Haltung der Betreuer ermöglicht dem Kind das Erlernen von Kritikfähigkeit, Selbstbestimmung und Mitverantwortung

 

10. Selbständigkeitserziehung

Soweit es die Möglichkeiten zulassen und es dem Entwicklungsstand des Kindes entspricht, unterstützen es, wo es Hilfe benötigt und geben ihm die nötige Zeit, die es braucht.
Denn dem Kind Zeit zu lassen, ist in allen Bereichen des täglichen Ablaufs wichtig.
Da die Kinder noch kein bzw. ihr ganz eigenes Zeitgefühl haben, verstehen sie drängelnde oder tadelnde Bemerkungen und Verhaltensweisen von uns Erwachsenen nicht und fühlen sich in solchen Situationen hilflos. Verunsicherung ist die Folge.