1. Angestrebte Ziele

Basiskompetenzen sind grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale, die dem Kind helfen sollen, mit anderen Kindern und Erwachsenen in Kontakt zu treten und sich mit seiner Umwelt auseinander zu setzen.
Die Bildungs-und Erziehungsbereiche sind für Krippe und Kindergarten identisch und werden dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes angepasst.

In den verschiedenen Bildungsbereichen können die Basiskompetenzen besonders geübt bzw. gefördert werden. Sie entsprechen den Vorgaben des BEP = Bayerischer Bildungs-und Erziehungsplan. 

 

2. Bild vom Kind – Grundgedanken

  • Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit
  • Betonung auf Selbstbestimmung und Selbständigkeit des Kindes
  • Individualität jedes einzelnen Kindes - mit und ohne Behinderung
  • Kinder haben Rechte – auf Mitsprache und Mitgestaltung

a) Welche Bedürfnisse hat ein Kind?

Befriedigung der Grundbedürfnisse: essen und trinken

angenommen sein wie es ist:
Akzeptanz

ernst genommen werden

Orientierungshilfe
bekommen

laut sein dürfen
Liebe Zuwendung Geborgenheit Natur Zeit fürs Spiel
Zeit haben Zeitrhythmus Sicherheit Beständigkeit

Rituale

Grenzen / Grenzen testen sich mitteilen sich durchsetzen Selbständigkeit Vertrautes
Entscheidungen treffen viel Bewegung wild sein dürfen Platz zum toben haben laut sein dürfen
Phantasie ausleben dürfen

Gefühle ausleben dürfen

Ängste ausleben dürfen eigene Ideen entwickeln Antworten finden
toben Ruhe finden Freunde Gemeinschaft Angebote
Wünsche Herausforderungen Fragen stellen freies spielen

Experimentieren

ausprobieren entdecken kreativ sein Neugierde Abenteuer
Neues Wissen aneignen Matschen und sich schmutzig machen Heimlichkeiten Freiräume

Forschungsdrang ausleben

Zeit für Eltern / Zeit mit Eltern Verbotenes tun Umgang mit Pflanzen und Tieren sich zurückziehen können Neues finden, entdecken

 

Das Freispiel bietet Platz für:

  • Rollenspiele
  • Tischspiele
  • Experimente
  • Bauen und konstruieren
  • Malen mit Stift, Pinsel, Schwämmchen …
  • Gesellschaftsspiele
  • Basteln, gestalten
  • Schneiden – kleben
  • Erfahrungen mit Naturmaterialien
  • Musizieren
  • Puzzle bauen
  • Gestalten mit Legematerial
  • Bilderbücher anschauen
  • Kneten, Basteln
  • Musik und Hörgeschichten
  • Spiel im Garten
  • Verkleiden
  • Essen
  • Kuscheln
  • Turnen
  • Freundschaften pflegen
  • Konflikte lösen
  • Spaziergänge
  • Besuche z.B. Bauernhof
  • Lebenspraktische Erfahrungen etc.

Das Kind verwirklicht sich im Spiel auf vielfältige Weise - es ist Ausdruck inneren Lebens:

  • es sammelt Erfahrungen
  • erlebt seine Gefühle
  • verarbeitet Erlebnisse 
  • bewältigt Positives und Negatives
  • übt sich in der Willens- und Entscheidungsfähigkeit
  • erweitert seine Interessen
  • entwickelt Geduld, Konzentration und Ausdauer
  • drückt sich sprachlich aus
  • gewinnt Freunde
  • lernt tauschen, teilen, einander helfen

Das Spiel ist die dem Kind entsprechende Form des Lernens, d.h. das Spiel ist in seiner Ernsthaftigkeit dasselbe, wie für den Erwachsenen die Arbeit.
Dieses Tätig sein ist ein Grundbedürfnis des Kindes und bildet seine Erfahrungsgrundlage die Welt zu erkennen und zu verstehen.
Im Spiel erreicht das Kind seine Basiskompetenzen.

Wir arbeiten mit den Kindern:

  • einzeln
  • in Klein- / Teilgruppen
  • in der Gesamtgruppe

b) Rechte der Kinder:

Würde Achtung und Respekt Persönlichkeit und Individualität Pflege Anerkennung
NEIN sagen dürfen, verweigern dürfen Mitbestimmung und Selbstbestimmung Entscheidungsfreiheit Meinungsfreiheit Liebe und Geborgenheit
Befriedigung aller vorher genannten Bedürfnisse Bildung gutes und pädagogisches Material Sinnvolle Erziehung Gewaltfreie Erziehung
Klare Absprachen und Grenzen Hilfe und Unterstützung Fehler machen dürfen Gemeinschaft Spielpartner und Orte

(in Anbindung an die UN-Kinderrechte)

c) Stellenwert Einzelkind / Individualität:
Jedes Kind wird von uns als eigenständige Person, als Individuum gesehen, mit all seinen Bedürfnissen und Rechten. Dies ist uns als Team sehr wichtig und wir achten auf jedes einzelne Kind. Jedoch gibt es in der Gemeinschaft, im zwischenmenschlichen – sozialen Bereich Grenzen, so dass wir nicht immer allen Wünschen und Bedürfnissen in jeder Situation gerecht werden können. 

 

3. Erzieherrolle – Erziehungsstil

Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit:
Unsere Einrichtung ist ein anerkannter Kindergarten, d.h. wir arbeiten nach den Bestimmungen des bayerischen Kinderbildung- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) und dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP).

Wir legen in unserer Arbeit Wert auf:

  • ganzheitliche
  • alters- und entwicklungsgemäße
  • Situationsorientierte
  • elementare, den Grundbedürfnissen der Kinder entsprechende E r z i e h u n g

Bild der erwachsenen Bezugsperson:

  • bedingungslose Akzeptanz und Respektierung des Kindes
  • Impuls gebende und unterstützende Begleitung von Lernprozessen
  • Förderung der Eigenaktivität und Selbstgestaltung der Kinder
  • Achtung des Wohlbefindens der Kinder
  • Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder
  • dialogische Erfahrungs-, Lern- und Kommunikationsprozesse
  • einfühlsame Zuwendung und reflektierende Beobachtung
  • aushandeln von Regeln und deren Einhaltung mit den Kindern
  • partnerschaftliches Zusammenwirken der verantwortlichen erwachsenen Bezugspersonen (Eltern, Einrichtungsteam, Träger)

 

4. Entwicklungspsychologische Erkenntnisse

Kinder brauchen Orte, an denen sie zunächst einmal sein und leben können, wie es ihrem Entwicklungsstand entspricht.
Kinder brauchen Orte, an denen sie ihre Entwicklungsaufgaben bewältigen können und dabei Kompetenzen entwickeln können, die sie in dem raschen Wandel der gesellschaftlichen Realität unterstützen.
Kinder müssen heute lernen, in einer Welt, die immer weniger prognostizierbar ist, angemessen und Ressourcenorientiert zu reagieren.
Dafür brauchen Kinder nicht nur Wissen, sondern auch Herz und Gemüt, um diesen Anforderungen gewachsen zu sein.
Pestalozzi sagte: „Durch mein Herz bin ich was ich bin“.

(Zeile 1 – 7 Auszug aus: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien, Frauen und Gesundheit 1998)